Gemeinsam gärtnern. Gemeinsam landwirtschaften.

Viele Wege können zu mehr Selbstversorgung mit frischem biologischen Gemüse führen: In den letzten Jahren sind viele neuere Formen der Landwirtschaft und der Gärtnerei entstanden. Vom nebeneinander über das gemeinsame Gärtnern bis hin zur Vorfinanzierung von Ernte-Anteilen von Bio-Gemüsebaubetrieben.

Stets geht es darum, gemeinsam neue, konkrete und handfeste Möglichkeiten der Versorgung mit frischen, regionalen, biologischen Lebensmitteln und samenfesten Sorten – jenseits der Versorgung aus den Supermärkten – zu schaffen. Menschen finden sich zusammen, legen Gemeinschaftsgärten an, gründen gemeinsam einen landwirtschaftlichen Betrieb oder legen in Form von Crowdfunding, Genossenschaften oder Bürgeraktiengesellschaften Geld zusammen, damit regionale Biobetriebe weiter aufgebaut werden können.

Gemeinschaftsgärten
„Gemeinschaftsgarten" ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Formen der Land- und Arbeitsteilung. In den letzten 10 Jahren sind in vielen Orten in der Stadt und am Land Gemeinschaftsgärten entstanden. Gemeinsam ist ihnen, dass eine Gruppe von Menschen sich zusammentut und gemeinsam ein Stück Land mietet oder pachtet. Manche Städte unterstützen die Gründung von Gemeinschaftsgärten aktiv oder initiieren mittlerweile aktiv die Gründung von Gemeinschaftsgärten. Die meisten Anlagen sind so aufgeteilt, dass jede/r eine eigene Parzelle bebaut, andere pflegen – einen Teil oder – alle Beete gemeinsam. Viele Gemeinschaftsgärten haben nur ein temporäres Nutzungsrecht oder zeitlich befristete Verträge für die Nutzung der Fläche. Das ist eine ihrer größten Nachteile. Denn so ist der Anbau von mehrjährigen Pflanzen meistens nicht möglich. Doch für viele, die sonst keine Möglichkeit haben, Gemüse anzubauen, sind Gemeinschaftsgärten Flächen, die jenseits der Selbstversorgung vieles ermöglichen: Begegnung mit ganz unterschiedlichen Menschen, die Möglichkeit, alleine oder mit den Kindern zu gärtnern, Begegnungsräume im halböffentlichem Raum jenseits von kommerziellen Räumen wie Einkaufszentren.

CSA – Community Supported Agriculture
Während vielerorts – mehr oder weniger – kleine Landwirtschaften ihre Tore schließen (alleine beispielsweise in Österreich sechs/Tag!), entstanden in den letzten Jahren an einigen Orten neue Betriebe, die als Community Supported Agriculture (kurz CSA) geführt werden. CSA ist auch unter der Bezeichnung Solidarische Landwirtschaft (SOLAWI) bekannt. Wer berufstätig ist oder keinen eigenen Garten hat, aber gerne und regelmäßig kocht und einkocht, für den ist die Selbstversorgung im Rahmen einer CSA ein idealer Weg der Selbstversorgung mit erntefrischem biologischen Gemüsen und Kräutern. Eine Gruppe von Menschen nimmt jeweils einen oder mehrere Ernteanteile einer Gärtnerei oder eines landwirtschaftlichen Betriebes verbindlich ab und deckt mit diesen fixen Beiträgen die Ausgaben der Betriebsführung – und sichert so auch ein faires Einkommen für die Menschen, die das Gemüse und andere Produkte erzeugen. So kann der Fortbestand eines kleineren Betriebs, der ganzjährig eine Vielfalt verschiedener Gemüsesorten anbaut, gesichert sein. Sowohl für Gärtnerinnen und Gärtner, wie auch für Konsumentinnen und Konsumenten bietet das Konzept viele Stärken: Mit einer funktionierenden CSA kann ein Betrieb - auch von kleinen Flächen von 1-2 Hektar - ausreichend Einkommen erwirtschaften und durch die vielfältige Anbauplanung kann ein CSA-Betrieb dutzende bis einige hundert Menschen über einen langen Zeitraum mit einer großen Vielfalt an frischem Gemüse, Obst und Kräutern versorgen. Manche schaffen sogar eine Ganzjahresversorgung. Das schafft sonst nur der eigene Hausgarten – vorausgesetzt man hat die dafür nötige Ausstattung sowie Zeit und das Wissen dazu, diesen zu bestellen und zu beernten.


Andrea Heistinger
VIKING Garten-Expertin

Cookies auf dieser Seite

Wir nutzen Cookies um Ihnen eine bessere Leistung und ein besseres Erlebnis bieten zu können. Wenn Sie fortfahren ohne Ihre Einstellungen zu ändern, nehmen wir an, dass Sie der Nutzung dieser Cookies zustimmen. Um mehr über die Verwaltung von Cookies zu erfahren, klicken Sie hier.

OK