Sträucher und Stauden im Herbst

Bei den Sträuchern halten sich die Herbstblüher in Grenzen. Einige Rosensorten zeigen noch ihre verblassende Pracht, sonst sind es meist Stauden wie z.B. Goldrute, Sonnenhut oder Astern und einige weitere Arten. Gerade hier zeigt sich die Qualität einer guten Gartengestaltung: wenn sie es beherrscht, den Garten das ganze Jahr hindurch attraktiv erscheinen zu lassen, indem sie nicht nur darauf achtet, dass immer etwas blüht sondern auch etwa die Laubverfärbung, Zweigstrukturen, die verschiedenen Grüntöne und bzw. oder weitere Kontraste miteinbezieht (z.B. hoch und nieder; lockerer und dichter Wuchs; laubabwerfend bzw. immergrün; Sträucher/Stauden/Einjahrblumen/Zwiebelgewächse usw.) und diese Gestaltungselemente geschickt kombiniert.

Ein Laie ist hier mitunter überfordert – dafür gibt es Fachleute, die hinzuziehen sich lohnen kann. Viel zu wenig bekannt ist, dass es einige Sträucher gibt, die mitten im Winter im Freien blühen, wie etwa Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) oder Zaubernuss (Hamamelis mollis). Sie sollten so im Garten positioniert werden, dass sie auch vom warmen Zimmer aus in relativer Nähe gesehen werden können. Stauden (mehrjährige krautige Pflanzen) sollten aus meiner Sicht in unseren Gärten viel mehr Verwendung finden, denn ihre Variationenzahl ist schier unerschöpflich! Der Pflegeaufwand ist allerdings meist höher und setzt einiges mehr an Fachkenntnissen voraus.

Höher- bis hochwachsende Ziergräser (auch diese zählen zu den Stauden) an den richtigen Stellen gepflanzt, sind in jedem Garten ein „Hingucker“ wie z.B. das gut 2 m hoch werdende Pampasgras (Cortaderia selloana) von dem es auch eine rosa blühende Form gibt. Pampasgras braucht allerdings Winterschutz durch Zusammenbinden oder Schilfmatten. In guten Baumschulen werden heute mehr als 20 Ziergrasarten von 15 cm bis 3 m Höhe angeboten. Die Pflanzung von Ziergräsern sollte allerdings besser im Frühjahr erfolgen, weil es dann kaum Ausfälle gibt.

Bevor auch für die Sträucher und Stauden im Garten der Winter einzieht sind noch einige Arbeiten zu erledigen und Kleinigkeiten zu beachten, wie etwa die folgenden:

  • Laub von Sträuchern (und Bäumen) unbedingt vom Rasen entfernen, sonst kommt es zu vermehrtem Pilzbefall (Typhula, Fusarium, ...) bis hin zu Kahlstellen am Rasen. Trockenes Laub lässt sich am einfachsten mit einem Laubbesen (-Rechen) in großen Säcken sammeln. Es kann gut kompostiert werden (nicht aber Kastanien-, Eichen- und Nusslaub). Eine Laubschicht unter den Sträuchern schützt den Boden und unterstützt die Bodengare bestens. Ein oder mehrere Laubhaufen, womöglich mit klein geschnittenen Zweigen geben vor allem Igeln aber auch zahlreichen anderen Kleintieren ein gutes Winterquartier.
  • Die nicht winterharten Kübelpflanzen (z.B. Oleander, Engelstrompete, Agapanthus, Roseneibisch, Fuchsien etc.) ins geeignete Winterquartier bringen. Auf die jeweiligen Temperatur- und Feuchtebedingungen für die Überwinterungsräumlichkeiten einzugehen, würde hier zu weit führen. Wichtig ist insbesondere bei Oleander auf Schädlingsbefall (Schildläuse!) zu achten und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
  • Knollen von Dahlien, Begonien, Gladiolen etc. ausgraben und in geeigneten Räumlichkeiten überwintern.
  • Stauden können und sollen ungeschnitten in den Winter gehen, nur kranke Teile (z.B. mit Mehltau befallene) abschneiden und entsorgen.
  • Rhododendron vor Wintersonne schützen (bei Sonne beginnen die immergrünen Blätter „zu leben“, bei starkem Frost ist das Wasser im Boden aber gefroren und die Pflanzen vertrocknen (Frosttrocknis).
  • Manche Stauden wie z.B. Phlox, Sonnenhut etc. sollten - wenn sie zu groß geworden sind – teilen. Erkennbar ist dies an einer beginnenden Verkahlung in der Mitte.
  • Empfindliche Edelrosen bis über die Veredelungsstelle anhäufeln. Hochstammrosen leicht einpacken, verwenden Sie dazu jedoch keine Kunststoff-Folien. Ein allfälliger stärkerer Rückschnitt soll erst im Frühjahr erfolgen.

VIKING Garten-Experte
Prof. Karl E. Schönthaler

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